Alle Filme 2018

Deutschland 2016 | Elke Sasse | 90 Min | OmdtU

#MYESCAPE dokumentiert Fluchtwege auf direkte und eindrucksvolle Weise. Er nutzt dafür Videomaterial, das nicht von Filmemacher*innen oder Journalist*innen stammt, sondern von den Flüchtenden selbst. Für viele Menschen auf der Flucht ist das Mobiltelefon ein unverzichtbares Mittel zur Organisation ihrer Flucht. Es dient dem Transport von Erinnerungen an das Zurückgelassene und an die einzelnen Fluchtstationen. In den sozialen Netzwerken kursieren zahllose Clips, die nicht über, sondern von der Flucht nach Deutschland erzählen, nicht aus sicherem Abstand, sondern aus unmittelbarer Nähe.

Mosambik 2016 | Indadelso Cossa | 64 Min | OmengU

Mosambik erlangte 1975 nach langem bewaffneten Kampf die Unabhängigkeit von Portugal. Noch zu Kolonialzeiten, in den 1960er Jahren, richtete eine Brigade der portugiesischen Geheimpolizei PIDE, genannt KULA, in der Hauptstadt Maputo ein Folterzentrum in der Vila Algarve ein. Dort wurden unzählige Freiheitskämpfer*innen verhört, gefoltert und ermordet. Für den Film A MEMORY IN THREE ACTS kehren einige der damaligen politischen Gefangenen nach 40 Jahren an den Ort ihrer Folter zurück.

Türkei 2016 | Fırat Yücel / Emek Bizim Istanbul Bizim Initiative | 47 Min | OmengU

Im Mittelpunkt dieser Chronik steht der Kampf um die Rettung des 100 Jahre alten Emek-Kinos, eines der wichtigsten kulturellen Wahrzeichen Istanbuls, das im Zuge der staatlichen Städtebaupolitik Erdoğans einem neuen Einkaufszentrum zum Opfer fallen soll. Die beteiligten Aktivist*innen dokumentieren ihren Widerstand, als das Gebäude trotz gewaltiger öffentlicher Proteste 2010 zum Abriss freigegeben wird.

USA 2017 | Josh Fox | 84 Min | Englisch

Das Widerstandscamp von »Standing Rock« bildete 2016 das Zentrum des Widerstands gegen den Bau der »Dakota Access Pipeline«. Die Sioux der Standing Rock Reservation wehren sich gegen den Bau der Pipeline, die über die Grabstätten und das heilige Land ihrer Vorfahren verlaufen soll. Der Plan für die Pipeline sieht vor, den Lake Oahe zu unterqueren und stellt eine Gefahr für die Wasserversorgung des Reservats und bestehende Ökosysteme dar. Im Laufe des Jahres wuchs das Camp auf über 3.000 Menschen an, die sich friedlich gegen die Umweltzerstörung einsetzten.

Deutschland, USA 2016 | Gudrun Gruber | 73 Min | OmdtU

Im Hügelland der Sonora Wüste an der US-amerikanischen Grenze zu Mexiko werden jährlich die menschlichen Überreste hunderter Migrant*innen geborgen. Sie sterben bei dem Versuch, sich hier in die USA durchzuschlagen. Die hochtechnologisierte Sicherheitspolitik der Grenzwache zieht ihre Spuren weit ins Inland hinein und die Menschen leben zwischen Überwachungsanlagen, Terrorangst und mit dem bereits 1.100 km langen Grenzzaun, dessen Bauarbeiten sich weiter fortsetzen. Die angespannte Lage im Grenzland hat die Einwohner*innen längst in zwei Lager geteilt.

Deutschland 2017 | Joakim Demmer | 80 Min | OmdtU

Ein dokumentarischer Thriller über die rücksichtslosen Methoden des Landraubs. Ackerland gilt global als das neue »Grüne Gold«. Und einer der profitabelsten Hotspots in diesem Business ist Äthiopien. Der Film begleitet einen äthiopischen Umweltjournalisten und zeigt Landgrabbing als eine moderne Form der Kolonisierung, bei der sich ausländische Investoren ohne jeden Nutzen für die lokale Bevölkerung große Ackerflächen aneignen. Auf Exporterlöse hoffend überlässt die äthiopische Regierung Millionen Hektar von angeblich ungenutztem Land den Investoren.

Deutschland 2017 | Carsten Rau, Hauke Wendler | 84 Min | Deutsch

Sie kommen in der Nacht, reißen Familien aus dem Schlaf und setzen sie in ein Flugzeug: »Zuführkommandos« von Polizei und Ausländerbehörden haben im vergangenen Jahr 25.000 Asylbewerber*innen aus Deutschland abgeschoben. DEPORTATION CLASS begleitet solche »Rückführungsaktionen« im Rahmen der immer häufiger durchgeführten Sammelabschiebungen. Von der Planung in deutschen Amtsstuben über die meist nächtlichen Abholungen bis hin zur Ankunft der Betroffenen in ihrem Herkunftsland werden die verschiedenen Stufen einer Abschiebung dokumentiert.

Kolumbien 2017 | Uli Stelzner | 75 Min | OmdtU

In Kolumbien soll der längste Krieg Lateinamerikas mit einem Friedensvertrag zwischen Regierung und Guerilla beendet werden. In einem Referendum wird der Vertrag aber mit knapper Mehrheit abgelehnt. Der Film entstand in den Tagen rund um das Referendum. Regisseur Uli Stenzler dokumentiert eine Reise durch Kolumbien und sammelt Erinnerungen der Bevölkerung an die vergangenen Jahre des Krieges. Er spricht mit der vom Krieg massiv betro enen Landbevölkerung, den Bewohner*innen der großen Städte, Demonstrant*innen gegen die FARC und ihren Anhänger*innen.

Deutschland 2016 | Andreas Wilcke | 82 Min | Deutsch | OmengU

Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als »the place to be«. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die – verglichen mit »zu Hause« – spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungsbestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf. Der Film dokumentiert über vier Jahre mit beeindruckenden Bildern die rasanten Veränderungen durch diesen Immobilienboom.

Deutschland 2017 | Asli Özarslan | 71 Min | OmdtU

Der Dokumentar lm DI LEYLA porträtiert die 27-jährige Leyla Imret bei ihren politischen Bemühungen, den Friedensprozess zwischen der kurdischen Bevölkerung der Türkei und der Regierung voran zu treiben. Leyla wurde in der türkischen Kleinstadt Cizre nahe der syrisch-irakischen Grenze geboren und wuchs mit den heftigen, bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen PKK und Militär auf. Nachdem ihr Vater in einem Gefecht mit dem türkischen Militär ums Leben gekommen ist, schickte ihre Mutter die damals 5-Jährige nach Deutschland, um sie vor den anhaltenden Konflikten zu schützen.

Dänemark 2016 | David Borenstein | 73 Min | OmengU

Sieben Jahre lang folgt DREAM EMPIRE der jungen Chinesin Yana, einer Arbeitsmigrantin vom Lande, die in einem kuriosen Sektor vom chinesischen Bauboom profitieren und ihren eigenen Chinese Dream verwirklichen will: In ihrer Agentur vermarktet sie westliche Ausländer im Unterhaltungsprogramm von Immobilienverkaufsshows. Talent ist dafür nur bedingt erforderlich, Hauptsache die sog. »White Monkeys« schaffen internationales Flair.

Österreich, Deutschland 2017 | Christian Tod | 95 Min | Deutsch

Was würdest du tun, wenn du ein gesichertes Einkommen hättest? Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet Geld für alle – als Menschenrecht ohne Gegenleistung! Visionäres Reformprojekt, sozialromantische linke Utopie oder neoliberale Axt an den Wurzeln des Sozialstaates? Je nach Vertreter*in zeigt das Grundeinkommen sehr verschiedene ideologische Gesichter. Entscheidend ist das Menschenbild, das damit verwirklicht werden soll: Inaktivität als lähmendes süßes Gi oder Freiheit von materiellen Zwängen als Chance, für sich selbst und für die Gemeinschaft?

Südafrika, Deutschland 2016 | Annelie Boros | 26 Min | OmengU

Mit dem Vorhaben, einen Film über die Studierendenbewegung in Südafrika zu drehen, reist Annelie Boros nach Kapstadt. Doch sie erfährt nur Zurückweisung: Die Studierenden wollen nicht, dass sie als Weiße einen Film über die vor allem schwarze Protestbewegung macht.
Die Filmemacherin versucht zu verstehen, warum, und zeigt uns einen Film über einen Film, den sie nicht machen konnte. Es geht um seit Jahrhunderten andauernde ungleiche Machtverhältnisse in Südafrika, tief verwurzelten Rassismus und nicht zuletzt um das Filmemachen an sich.

Deutschland 2016 | Simon Stadler, Catenia Lermer, Sven Methling | 86 Min | OmdtU

Für die Ju/`Hoansi, eine Jahrtausende alte Gemeinschaft in der namibischen Kalahari-Savanne, änderte sich ihr gesamtes Leben, als die Apartheid-Regierung ihnen 1989 das Jagdrecht entzog und sie dadurch zur Sesshaftigkeit zwang. Farmzäune durchziehen seitdem das Land. Jetzt liegt eine der raren Einnahmequellen im Tourismus. So führen sie Reisegruppen durch ihr Dorf, stellen ihre Tänze und sich selbst vor, werden beobachtet, bestaunt und fotografiert. Mit dem Angebot einer NGO an sie, Namibia zu bereisen, machen die Ju/ ́Hoansi erste Reiseerfahrungen.

Österreich, Deutschland 2017 | Filip Antoni Malinowski | 86 Min | OmdtU

Nach 21 Jahren des kontinuierlichen Scheiterns von UN-Klimaverhandlungen treffen 20.000 Unterhändler*innen aus 195 Ländern auf einem vom Militär geschützten Privatflughafen im Norden von Paris zusammen. Hinter verschlossenen Türen starten die Delegierten einen neuen Versuch, sich auf ein verbindliches globales Abkommen gegen den Klimawandel zu einigen.

USA, Frankreich 2017 | Raoul Peck | 93 Min | OmdtU

Als der US-Schriftsteller James Baldwin 1987 starb, hinterließ er ein Manuskript mit dem Titel »Remember this house«. Das Buch sollte eine persönliche Auseinandersetzung mit den Biografien von Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers werden, die alle bei Attentaten ermordet wurden. Die persönlichen Erinnerungen an die drei großen Bürgerrechtler verknüpft Baldwin mit einer Reflexion der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Person of Colour in den USA.

Deutschland 2017 | Caroline Nokel | 90 Min | OmdtU

Erklärtes Ziel der UN ist es, bis 2030 Armut und Hunger weltweit zu beenden. Um das zu erreichen, setzt die staatliche Entwicklungshilfe zunehmend auf die Privatwirtschaft. Der Einsatz unternehmerischen Know-hows kreiere eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, so die Befürworter*innen. Kritiker*innen halten dagegen, dass das Einbeziehen von Konzernen in die Entwicklungshilfe eine Außenwirtschaftsförderung sei und nicht den Hungernden zugute komme. Die Dokumentation analysiert die politischen Hintergründe öffentlich-privater Partnerschaften in der Entwicklungshilfe.

Irak 2015 | Hazem Khodeideh u.a. | 73 Min | OmdtU

Der Krieg in Syrien und dem Irak aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen: Der berühmte kurdische Regisseur Bahman Ghobadi ermunterte sieben von ihnen, von ihren traumatischen Erlebnissen und dem Leben in den Flüchtlingscamps an der Grenze zwischen Syrien und Irak zu berichten. Dazu gab er ihnen jeweils eine Kamera und unterstützte sie dabei, filmisch ihre Geschichten zu erzählen und zu gestalten. Sie entwickelten die Drehbücher und standen sowohl hinter als auch vor der Kamera.

Uruguay 2016 | Alejandro Damiani | 6 Min | OmengU

Wir präsentieren den ultimativen Kurzfilm zu Donald Trumps Mauerbau-Plänen und der lateinamerikanischen Antwort darauf! Voller Anspielungen auf Blockbuster á la »Transformers«, »Independence Day« oder »Desperado« und mit professionellen Visual Effects zeigt M.A.M.O.N, wie die aus den USA geworfenen Mexikaner*innen an der Mauer gegen eine Art »Trumpformer« kämpfen müssen. Jede Hilfe ist willkommen, sei es himmlische, musikalische oder die eines Kampfhuhns...

Indien, Deutschland, Finnland 2016 | Rahul Jain | 71 Min | OmdtU

Durch die Korridore der enormen und verwirrenden Strukturen einer Textilfabrik nimmt die Kamera die Betrachter*in mit auf eine Reise zu einem Ort der Entmenschlichung durch körperliche Arbeit und intensive Härte. Die Maschinen laufen an 7 Tagen in der Woche 24 Stunden. Die Schichten der Arbeiter*innen dauern 12 Stunden. Diese gigantische Fabrik im indischen Bundesstaat Gujarat, in deren Inneres kaum Tageslicht dringt, könnte genauso gut der Schauplatz für Dantes Inferno im 21. Jahrhundert sein.

Belgien, Frankreich 2016 | Jasna Krajinovic 15 Min | OmengU

Nora ist Samiras Tochter und kürzlich nach Syrien geflohen. Dort will sie für den Djihad kämpfen. Ihre Mutter versucht sie zurückzuholen oder wenigstens mit ihr in Kontakt zu bleiben. Zusammen mit anderen Eltern will Samira aufklären, um weitere Jugendliche von der Ausreise abzuhalten. »Ma Ville Nora« ist der filmische Brief einer Mutter an ihre Tochter – zwischen der Hoffnung, sie wiederzusehen, und der Angst, sie schon verloren zu haben.

Bild

Indien, Schweiz 2013 | Christoph Schaub & Kamal Musale | 88 Min | OmdtU

Hunderttausend Inder*innen, Landlose und Ureinwohner*innen – die Adivasi – unterwegs zu Fuß. Ihr Weg ist ein Protestmarsch, der sie von Gwalior ins 400 Kilometer entfernte Delhi führt. Sie sind aus dem ganzen Land angereist, um gemeinsam für eine Existenz in Würde zu kämpfen und von der Regierung eine Landreform einzufordern. Der im großen Stil betriebene Abbau von Bodenschätzen, das Anlegen immenser Plantagen und mächtige Infrastrukturprojekte haben dazu geführt, dass sie vertrieben und ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden – und werden.

Deutschland 2017 | Monika Hielscher und Matthias Heeder | 87 Min | OmdtU

Die Handlung des Sci-Fi-Films »Minority Report«, in dem Verbrechen vorhergesagt werden können, ist Realität geworden: Bei der Methode »Predictive Policing« wird prognostiziert, wann und wo ein/e Straftäter*in zuschlägt. Gefüttert wird der Polizeicomputer dafür mit unseren persönlichen Informationen, die wir täglich freiwillig im Internet preisgeben: Facebook, WhatsApp, Online-Bestellungen etc. In Chicago, London oder München arbeitet die Polizei bereits mit der Analyse von Big Data.

USA 2016 | Chelo Alvarez-Stehle | 86 Min | OmengU

Ihre journalistische Arbeit über sexuelle Gewalt gegen Frauen bringt die Filmemacherin Chelo Alvarez-Stehle in Kontakt mit der Mexikanerin Virginia Isaias und Anu Tamang aus Nepal. Virginia Isaias wurde mit ihrem Baby im Arm auf offener Straße entführt, eingesperrt und versklavt. Mit Glück gelang ihr nach Monaten die Flucht in die USA. Dort entschied sie sich nach vielen Jahren, für die betroffenen Frauen ihrer Latino-Community zu kämpfen. Anu Tamang wurde mit 16 Jahren als Sexsklavin nach Indien verkauft.

Deutschland, Iran, Schweiz 2015 | Rokhsareh Ghaem Maghami | 91 Min | OmdtU

Wenn die 18-jährige Sonita es sich aussuchen dürfte, dann wäre Michael Jackson ihr Vater und Rihanna ihre Mutter. Sonita stammt aus Afghanistan und lebt ohne ihre Familie in Teheran. Ihr sehnlichster Wunsch: eine berühmte Rapperin zu sein. Eine soziale Einrichtung unterstützt sie bei der Überwindung der Flucht-Traumata und bei der Planung ihrer Zukunft. Ihre Familie hat ganz andere Pläne: Für 9.000 $ soll sie an einen fremden Ehemann nach Afghanistan verkauft werden – die Zeit drängt. Die Familie braucht Geld für die Hochzeit ihres Sohnes.

Südafrika 2017 | Aliki Saragas | 87 Min | Englisch

Die Geschichte zweier Freundinnen: Primrose Sonti und Thumeka Magwangqana leben in Marikana in der Nähe der Lonmin Platin-Mine, eine der weltgrößten. 2012 erlangte Marikana traurige Berühmtheit. Die Polizei massakrierte 37 streikende Minenarbeiter, ein traumatisches Ereignis für das neue Südafrika. Die Lebensbedingungen in ihrer informellen Siedlung haben sich seitdem noch weiter verschlechtert. Dagegen kämpfen diese beiden inspirierenden Frauen an. Sie gründen eine Frauenorganisation, nachdem eine Freundin ebenfalls durch die Polizei erschossen wird.

Mexiko 2016 | Tatiana Huezo | 105 Min | OmengU

Eine mexikanische Frau, die vollkommen willkürlich verhaftet wurde, erzählt ihre Geschichte: Nach ihrer Verhaftung brüstete sich die Regierung ihres vermeintlichen Erfolges gegen die organisierte Kriminalität und inhaftierte die Frau in einem Privatgefängnis, das ganz offen unter der Kontrolle des Golf- Kartells steht. Wir sehen die Protagonistin nie, hören nur ihre Stimme während einer langen Busreise durch ein düsteres und wolkenverhangenes Land in einem unsichtbaren Krieg mit unsichtbaren Fronten.

Norwegen, Kenia 2017 | Julia Dahr & Kisilu Musya | 87 Min | OmdtU

Über fünf Jahre hinweg hält Kisilu Musya, ein Kleinbauer aus Kenia, mit der Kamera das Leben seiner Familie, seines Dorfes und die lokalen Auswirkungen des Klimawandels fest. Er filmt das Auftreten von Dürren, Überschwemmungen und Stürmen. Seine Kinder werden aus der Schule nach Hause geschickt, weil er infolge der Ernteausfälle die Schulgebühr nicht zahlen kann. Dorfbewohner*innen ziehen Arbeit suchend in die Stadt, familiäre Konflikte häufen sich. Nachdem ein Sturm sein Haus zerstört, beginnt Kisilu ein Gemeinschaftsprojekt von Kleinbäuer*innen aufzubauen.

Deutschland 2017 | Marc Pierschel | 95 Min | Deutsch

Filmemacher Marc Pierschel wagt mit seinem Film den Blick in eine mögliche Zukunft ohne Fleisch und antizipiert deren Auswirkungen auf die Umwelt, Tiere und uns selbst.

Südafrika 2016 I Rehad Desai I 77 Min I OmdtU

Der Film nimmt uns mit auf eine analytische Reise durch die politischen Ereignisse der letzten Jahre in Südafrika, die die langsame Erosion der Macht des ANC ankündigen. Dabei hatte die Partei Nelson Mandelas nach dem Ende der Apartheid lange Zeit unangefochten regieren können. Der Film greift tragische Ereignisse wie das Massaker von Marikana an 32 Bergarbeitern auf, um zu zeigen, wie die Südafrikaner*innen auf die gebrochenen Versprechen des ANC reagieren.

Südafrika 2017 | Christine Welsh | 35 Min | OmdtU

Der Film erzählt die bemerkenswerte Geschichte einer Gruppe älterer Frauen in einem südafrikanischen Dorf, die einen Gemeinschafts-Garten gegründet hat: gegen die Armut, gegen den Hunger, für ein selbstbestimmtes Leben in einer ungewissen Zeit.
Die Fraueninitiative unterstützt die von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien oder ihre durch AIDS verwaisten Enkel*innen. Eine Dürre erschwert die anstrengende Arbeit zusätzlich, doch die Frauen lassen sich seit 25 Jahren nicht entmutigen: Sie streiten und feiern gemeinsam.

Dänemark 2016 | Emil Langballe 58 Min | OmengU

Rokhsar Sediqi ist 14 und lebt in einer dänischen Kleinstadt. Sie ist gut in der Schule, hat Freunde und spielt im Mädchenteam des örtlichen Fußballvereins. Ein normales Teenagerleben, scheint es. Aber das täuscht: Vor mehr als fünf Jahren floh sie mit ihren Eltern und fünf Geschwistern aus Afghanistan nach Dänemark. Doch ihr Antrag auf Asyl wurde abgelehnt. Eine Abschiebung kann also jederzeit erfolgen.

England 2017 | Adam Sobel | 89 Min | OmengU

Nachdem Katar von der FIFA zum Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausgewählt wurde, startete in der Ölmetropole am persischen Golf ein wahrer Bauboom. Um all die geplanten Stadien und die Infrastruktur zu errichten, warb Katar Tausende von Wanderarbeitern an, die in engen und nur karg ausgestatteten Camps an den Außenrändern der Städte untergebracht wurden. Der Film erzählt von den harten Lebens- und Arbeitsbedingungen afrikanischer und asiatischer Wanderarbeiter und davon, wie für die Arbeiter jährlich ein Fußballturnier ausgerichtet wird, das man den Workers Cup nennt.

Deutschland, 2016 | I. Altemeier, R. Hornung | 52 Min | Deutsch

Seit vielen Jahren versprechen uns die Modefirmen saubere und faire Produktionsbedingungen. Bei der Textilproduktion in den Billiglohnländern werden bis heute aber noch nicht einmal grundlegende Menschenrechte eingehalten. ArbeiterInnen sterben für die Mode, ob bei Feuern oder dem Einsturz kompletter Gebäude wie bei der Rana Plaza Katastrophe, wo über 1.200 Menschen umkamen. Können Selbstverpflichtungen der Unternehmen diese Misere beenden oder müssen weltweit wirksame Gesetze her?

Afghanistan, Deutschland 2017 I Ronja von Wurmb-Seibel, Niklas Schenck I 90 Min I OmdtU

Kabul, 11. Dezember 2014: Bei der Premiere eines Theaterstücks über Selbstmordanschläge sprengt sich ein 17 Jahre alter Junge in die Luft. Manche Zuschauer*innen klatschen – sie halten die Explosion für eine besonders realistische Inszenierung. Erst als Panik ausbricht, verstehen sie, was passiert ist. Der Dokumentarfilm TRUE WARRIORS erzählt die Geschichte der Schauspieler*innen und Musiker*innen, die an diesem Tag auf der Bühne standen. Sie wollten mit ihrem Stück über Selbstmordanschläge ein Zeichen setzen gegen den Terror, der ihre Gesellschaft zerfrisst.

Türkei 2017 l Imre Azem l 52 Min l OmdtU

Im April 2017 stimmen nach offiziellen Angaben 51 Prozent der Wähler für Erdogans Präsidialsystem – die vier Protagonist*innen des Films gehören zu dem Teil, der »Nein« sagt. Die Dokumentation beginnt im Jahr 2013, als die Gezi-Park-Proteste, Höhepunkt der demokratischen Bewegung, Millionen Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern versammeln. Dort lernt der Regisseur Imre Azem einen Journalisten, eine Lehrerin und zwei Aktivist*innen kennen und begleitet sie über mehrere Jahre.

USA 2017 | Sabaah Folayan | 103 Min | OmengU

Am 8. August 2014 wurde in Ferguson/Missouri der 18-jährige Schüler Michael Brown von einem Polizisten erschossen. 12 mal drückte der Polizist ab und der Tote blieb über Stunden auf der Straße liegen. Dieses Ereignis markiert einen Wendepunkt in der »Black Lives Matter«-Bewegung. In den darauf folgenden Tagen werden Künstler*innen, Musiker*innen, Lehrer*innen und Eltern zu Kämpfer*innen für Gerechtigkeit, die an vorderster Front gegen die rassistische Polizeigewalt in den USA eintreten. Die Proteste halten an.

Dänemark, Polen, 2014 | Hanna Polak | 98 Min. | OmdtU

Yula wünscht sich nichts mehr, als ein Leben zu leben wie alle anderen. Ihre Realität ist allerdings trist. Sie lebt mit ihrer Mutter in der eigentlich verbotenen Zone von Svalka, der größten Müllhalde Europas, nur 20 km vom Kreml entfernt. Dort versucht sie, inmitten von Dreck und Müll zu überleben, aber gleichzeitig auch ein ganz normaler Teenager zu sein. Zwischen Abfall und gepanschtem Alkohol erlebt sie die erste Liebe mit all ihren Folgen. Gleichzeitig kümmert sie sich um ihre Mutter und verliert dabei nie das Ziel aus den Augen, Svalka irgendwann verlassen zu können.